Art: Pressemitteilung

Thema: Soziales

GRÜNE besuchen Gasthaus - Beeidruckende Arbeit und große Probleme

Beeindruckende Arbeit – und gleichzeitig große Probleme. Das ist ein Fazit des Besuchs bei der Dortmunder Obdachlosen-Initiative „Gast-Haus statt Bank“, bei dem sich der Vorsitzende der Grünen in NRW, Felix Banaszak, und Vertreter*innen der GRÜNEN Ratsfraktion am Donnerstag einen Eindruck von der Situation obdach- und wohnungsloser Menschen in Dortmund gemacht haben. Der Besuch im Gast-Haus war der erste Stopp der landesweiten #ZusammenhaltsTour, auf der sich der Landesvorsitzende mit sozialen Themen auseinander setzt und Initiativen besucht, die sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.

„Es ist grandios, welche Arbeit die Aktiven im Gast-Haus leisten – in der Begegnungsstätte mit täglichem Frühstück, bei der Versorgung mit frischer Wäsche oder auch der medizinischen Betreuung. Und das zum größten Teil ehrenamtlich. Das alles ist auch deshalb so wertvoll, weil es bei der Bekämpfung von Armut und Wohnungslosigkeit große Versäumnisse gibt.“, so Felix Banaszak.

Mit dem Blick auf die Dortmunder Situation sagte er: „Wer Knöllchen fürs Übernachten auf der Straße verteilt und U-Bahn-Stationen trotz klirrender Kälte nicht für Obdachlose öffnet, nimmt unnötiges Leid in Kauf. Wir müssen die Armut bekämpfen, nicht die Armen.“ Doch das Problem reicht weit über Dortmund hinaus: „Die Zahl der bedürftigen Menschen steigt. Ob im Gast-Haus oder bei den Tafeln: Es kann nicht sein, dass Ehrenamtliche ein Reparaturbetrieb für den nicht funktionierenden Sozialstaat sind. In anderen Ländern setzt man auf innovative Konzepte, etwa in Finnland. Dort ging die Obdachlosigkeit massiv zuru?ck, seit der Staat Obdachlosen unter dem Motto ‚Housing First‘ ein eigenes Dach u?ber dem Kopf gibt. Wer keine Angst vor dem Erfrieren hat, ku?mmert sich vielfach um seine Suchtprobleme, sucht einen Job und stoppt die perso?nliche Abwa?rtsspirale. Und ganz nebenbei sind dort die Ausgaben fu?r Polizei und Ordnungsdienste gesunken“, so Banaszak.

Ulrich Langhorst, Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion: “Unser Antrag auf eine Überarbeitung des Dortmunder Konzepts der Wohnungslosenhilfe liegt seit über einem Jahr auf dem Tisch. Darin enthalten sind auch Vorschläge für einen Kälte- oder Mitternachtsbus sowie für Alternativen zum herkömmlichen System von Notunterkünften und vorübergehender Unterbringung. Grundsätzlich sind wir der Auffassung, dass das Hilfesystem für wohnungs- und obdachlose Menschen in Dortmund an vielen Stellen gut funktioniert. Es gibt aber Lücken, die dringend gefüllt werden müssen. Das haben insbesondere auch die eiskalten letzten Wochen gezeigt.“ Anbei finden Sie ein Bild vom gestrigen Besuch. Von links nach rechts:

 

 

Artikel vom: 12.03.2018