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Art: Pressemitteilung

Thema: Kinder, Jugend, Bildung

Volksbegehren G9: GRÜNE schließen sich Kritik der Stadteltern an - Schulformen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden

Die GRÜNEN im Rat schließen sich der Kritik der Dortmunder Stadteltern und der GEW am aktuell laufenden Volksbegehren "G9-Jetzt" an. Im nächsten Schulausschuss soll die Verwaltung die Auswirkungen des Volksbegehrens zur Wiedereinführung des Abiturs nach 9 Jahren an Gymnasien für alle Dortmunder Schulen darstellen.

Monika Landgraf, Mitglied der GRÜNEN im Schulausschuss: "Wir stehen für die Möglichkeit, an jedem Gymnasium G9 machen zu können - aber ohne dabei anderen Schulformen Unterricht wegzunehmen. Und genau das ist das Problem beim aktuellen Volksbegehren. Denn dabei geht es eben nicht um ein einfaches "Ja" zu einer längeren Schulzeit. Wer grundsätzlich für G9 ist, sollte deshalb genau hinschauen, für was er oder sie unterschreibt. Gegenstand des Volksbegehrens ist nämlich ein konkreter Gesetzentwurf. Und der sieht die Rückkehr zum Halbtagsgymnasium zu lasten anderer Schulformen vor. Konkret sollen in allen Schulformen acht Unterrichtsstunden gekürzt werden, um die angestrebten Änderungen zu finanzieren. Auch in Haupt-, Real-, Gemeinschafts-, Sekundar- und Gesamtschulen würden dafür also Stunden wegfallen. Nicht nur vor dem Hintergrund der Klagen über Unterrichtsausfall wäre das absurd. Dabei wären es dann vor allem die Ergänzungsstunden, die an den Schulen gestrichen werden müssten - Stunden, die bislang für individuelle Förderung und Unterstützung zur Verfügung stehen. Das wären ein bildungspolitisches Rollback und ein Rückschritt bei der Chancengleichheit. Viele Eltern- und Lehrer*innenverbände warnen zu Recht davor. Was viele übrigens dabei vergessen: Für ein Abitur nach 9 Jahren braucht man nicht zwangsläufig ein Gymnasium. An den Gesamtschulen ist es nämlich die Regel."

Vor diesem Hintergrund wollen die GRÜNEN im nächsten Schulausschuss von der Verwaltung wissen, welche Auswirkungen eine Umsetzung des Volksbegehrens für die Dortmunder Schulen haben würde. Das betrifft sowohl den zusätzlichen Raum- und Personalbedarf an Gymnasien als vor allem auch die Folgen für allen anderen Schulformen.

Monika Landgraf: "Verbesserungen für Schüler*innen des Gymnasiums sollten nicht mit einer offensichtlichen Benachteiligung der Schüler*innen anderer Schulformen erkauft werden. Und auch der Weg zurück zum alten Halbtagsgymnasium ist kein Schritt in die Zukunft. Dahinter steckt ein konservatives und überholtes Familien- und Gesellschaftsbild. Auch Gymnasialeltern haben heute andere Bedarfe der Betreuungszeiten, auch am Gymnasium ist die Schüler*innenschaft heterogener und vielfältiger geworden. Auch Gymnasialschüler*innen haben ein Recht, in der Schulzeit individuell gefördert zu werden. Die Diskussion um die Schulzeit muss deshalb differenzierter geführt werden und stärker die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen, als es mit einem Ja oder Nein zu diesem Gesetzentwurf möglich ist."

Artikel vom: 20.02.2017


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