Art: Pressemitteilung

Thema: Kultur + Sport

Dortmund überrascht!: Verbot von Straßenmusik

Zur von der Verwaltung vorgeschlagen Verbotszone für Straßenmusik äußert sich Svenja Noltemeyer, Sprecherin der GRÜNEN im Ausschuss für Bürgerdienste: „Straßenmusik und Kleinkunst gehören zu einer weltoffenen Großstadt wie Dortmund dazu wie das Grillen im Park, die vielen Straßencafés oder Treffpunkte im öffentlichen Raum. Ein gut funktionierendes Stadtzentrum profitiert von seiner Vielfalt und Lebendigkeit, hier wird gewohnt, gearbeitet und die Freizeit verbracht. Wenn alles auf engem Raum zusammenkommt, kann das immer auch zu Konflikten führen. Und die müssen dann auch gelöst und geregelt werden, aber ohne gleich ganze Bereiche wie zum Beispiel die Straßenmusik auszuschließen.

Die jetzige, seit fast drei Jahren geltende Regelung für Straßenmusik in der Innenstadt – nur in den ersten 30 Minuten jeder Stunde darf musiziert werden, die zweiten 30 Minuten bleiben still, zusätzlich muss der Standort gewechselt werden – wird auch in den meisten anderen Städten in NRW so praktiziert. Auch die Verwaltung selber hat sie vor knapp drei Jahren als sinnvoll und ausreichend bezeichnet. Und die Regelung hat ja anscheinend auch Wirkung gezeigt: Nach Aussage der Verwaltung in ihrer jetzigen Vorlage hat es eine deutliche Verbesserung der Situation und einen Rückgang der Beschwerden gegeben. Es ist schon merkwürdig, dass man nicht auf dieser erfolgreichen Grundlage weiter denkt, sondern stattdessen den gesamten Westenhellweg zur Verbotszone erklären will. Dortmund wäre damit nach unseren momentanen Erkenntnissen die erste Großstadt in NRW, die für einen großen innerstädtischen Bereich Straßenmusik komplett verbietet. Aus unserer Sicht ist das nicht unbedingt das, womit Dortmund überraschen sollte. Wir würden uns stattdessen wünschen, dass in anderen Bereichen von Lärmbelästigung zum Beispiel durch Straßenverkehr ähnlich rigoros gedacht und gehandelt würde.

Wir befürchten zudem, dass der Vorschlag der Verwaltung letztendlich das komplette Verschwinden der Straßenmusik in der Innenstadt bedeuten kann. Denn die übrigbleibenden Straßen und Plätze sind für Straßenmusiker*innen nicht unbedingt attraktiv. Oder wer sollte ernsthaft nachmittags auf dem Hansaplatz musizieren?

Wir werden die Vorlage der Verwaltung in der kommenden Woche intensiv beraten. Eine Zustimmung zu den Plänen der Verwaltung kann ich mir allerdings schon jetzt nicht vorstellen.“

Artikel vom: 25.01.2018