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Thema: Bauen + Wohnen, Soziales, Newsletter

Das Westbad soll in Dorstfeld bleiben!

Der Sommer ist da – die Freibäder sind gut besucht! Aber was ist im Herbst, im Winter und im Frühling? Da braucht es ausreichende, preiswerte und gut zu erreichende Hallenbäder. Das Westbad in Dorstfeld gehört aus GRÜNER Sicht auch zukünftig mit dazu. Allerdings: Es soll am bisherigen Standort Kortental geschlossen und auf dem Gelände des Revierparks in Wischlingen neu gebaut werden. Dieser Vorschlag der Verwaltung stößt nicht nur bei den Bürger*innen auf wenig Gegenliebe. Auch wir GRÜNE finden, dass einer geringen Kosteneinsparung der Wegfall einer wichtigen sozialen Infrastruktur in Dorstfeld gegenübersteht. Deshalb wollen wir, dass das Westbad am alten Standort neu gebaut wird.

 

2015: Neubau im Kortental wird erheblich teurer als in Wischlingen

Bei einer Untersuchung des Westbades wurde 2012 festgestellt, dass die Gebäudesubstanz in absehbarer Zeit saniert werden muss. Aufgrund der hohen Instandhaltungskosten hatte die Verwaltung drei Vorschläge unterbreitet:

1. das Bad an Ort und Stelle zu sanieren,

2. das Bad im Kortental oder

3. das Bad im Revierpark Wischlingen neu zu bauen.

Eine erste Kostenprognose ging davon aus, dass ein Neubau am alten Standort Kortental mit 10 Millionen Euro wesentlich teurer werden würde als in Wischlingen mit 6,5 Millionen Euro. Der Unterschied erklärte sich u. a. durch die mögliche Nutzung vorhandener Räume in Wischlingen. Die Neubaupläne im Revierpark sahen eine Integration des Lehrschwimmbeckens in das Freizeitbad Wischlingen vor. Problematisch schon damals war allerdings der Bereich des Babyschwimmens. Die GRÜNE Fraktion hatte deshalb eine genaue Aufschlüsselung der entstehenden Kosten und der Leistungen im Kultur- und Sportausschuss beantragt. Zusätzlich formierte sich bereits damals Widerstand der Bürger*innen gegen eine Schließung des Stadtteilbades. 2015 wurden 8.000 Unterschriften gegen die Schließung des alten Standortes gesammelt.

 

The times they are-a-changing – 2017: Neubau in Kortental wird nicht viel teurer als in Wischlingen

Auf Basis des von uns GRÜNEN geforderten vergleichenden Gutachtens schlägt die Verwaltung nun erneut den Neubau des Bades im Revierpark Wischlingen vor. Dabei weist das Gutachten keine große finanzielle Differenz mehr bei den Investitionskosten aus. Nach momentanem Stand würde ein Neubau am Kortental ca. 13 Millionen und in Wischlingen ca. 12 Millionen Euro kosten. Die Mehrkosten am alten Standort von 1 Million Euro sind erheblich geringer, als noch 2015 diskutiert wurde. Der noch vorhandene Unterschied ist inzwischen auch aus Sicht der Verwaltung nicht mehr auschlaggebend.

In den Fokus geraten stattdessen nun die prognostizierten Personalkosten. Sie sollen im Kortental um fast 600.000 Euro höher sein als in Wischlingen. Die Verwaltung begründet dies vor allem mit Synergieeffekten, die aufgrund der bereits vorhandenen Anlage in Wischlingen möglich sind. Bei genauerer Betrachtung relativiert sich allerdings auch dieser Unterschied.

Bei allen Synergiemöglichkeiten, die für den Standort Wischlingen ins Feld geführt werden, stellt sich die Frage, ob es dabei nicht zwangsläufig zu einer Verdichtung der Arbeitsbelastungen kommt, die mittelfristig zu einem höheren Personalbedarf führen wird.

Bei dem Vergleich der Personalkosten ist man zudem in der Verwaltungsvorlage davon ausgegangen, dass die bisherigen Personalstellen im Kortental eins zu eins auch in einem neuen Bad notwendig sind. Bei einer entsprechenden Planung im Kortental kommt man aber auch bei diesem Standort mit weniger Personal aus, als bei der bisherigen Anordnung der Schwimmbecken notwendig ist. Auch ein Mitbetrieb des Bades – zum Beispiel durch den Revierpark – wäre ein denkbares zukünftiges Betreibermodell. Dadurch könnte sich der Unterschied zwischen den beiden Standorten auch bei den Betriebskosten von jährlich 600.000 auf 250.000 Euro oder sogar weniger reduzieren.

Grundsätzlich soll es für das vorhandene Personal im Westbad keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Das wird von uns ausdrücklich unterstützt.

 

Der Baby- und Kinderbereich

In Wischlingen gibt ein weiteres großes Problem, das in den Planungen aus unserer Sicht nicht ausreichend berücksichtigt worden ist, aber trotzdem große Auswirkungen auf Kosten und Personal hat: Im Kortental würde es auch bei einem Neubau ein Baby- und Kinderbecken von 34 qm geben. In Wischlingen gibt es momentan dagegen ein Babybecken von gerade mal 10 qm, das schon jetzt oft hoffnungslos überfüllt ist. Gute Aufenthaltsflächen für Eltern gibt es dabei nicht. Zudem ist das Kleinkindbecken durch einen langen Gang von den Becken im Neubau getrennt. Das macht die Nutzung nicht nur für Eltern mit mehreren Kindern schwierig, es bedeutet auch einen zusätzlichen Personaleinsatz, um die Aufsicht an den getrennten Becken sicherzustellen.

Das Westbad ist ein echtes Familienbad und wird gerade so auch von vielen Familien nicht nur aus Dorstfeld viel genutzt. Die Kinder können planschen, Mamas und Papas können schwimmen, ohne ihre Kinder ganz aus den Augen zu verlieren. Und das für wenig Geld. In Wischlingen sehen wir das nicht.

 

Sozialpolitische Frage

In einer Pressemitteilung bemängelt die Interessengemeinschaft Westbad, dass es bei der Begründung der Verwaltung gegen den aktuellen Standort im Kortental nur um einen scheinbaren wirtschaftlichen Vorteil geht, der die soziale Entwicklung des betroffenen Stadtteils Dorstfeld in keiner Weise berücksichtigt. Diesen Befürchtungen schließen wir uns an.

Das Westbad ist ein Mittelpunkt des Stadtteils und Anlauf-, Begegnungs- und Treffpunkt für viele Menschen – für Kinder und Jugendliche, für Familien, für Frühschwimmer*innen, für die Schulen und Kitas, für die Ehrenamtler*innen der Vereine. Hier lernt man als Kind in Dorstfeld das Schwimmen, hier trifft man sich zum Senior*innensport. Das alles zu ganztägig erschwinglichen Preisen, die in Wischlingen nur für zwei Stunden Schwimmen gelten sollen. Das Westbad im Kortental ist damit ein sozialpolitischer Standortfaktor.

Viele Bürger*innen, viele Vereine, viele Schulen und Kitas möchten ihn deshalb erhalten. Diese massiven Wünsche nehmen wir ernst. Aufgrund der Präsenz der Rechten ist Dorstfeld zusätzlich ein besonders sensibler Ort, wenn es um soziale Infrastruktur geht.

 

 

Artikel vom: 29.06.2017


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