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Art: Newsletter, Soziales, Wohnungslosigkeit

Thema: Newsletter, Soziales, Bauen + Wohnen

Wohnen ist Menschenrecht

Vor kurzem erfror die wohnungslose Elli in Düsseldorf - dies wird nicht die letzte traurige Nachricht dieser Art sein. Nicht nur in der Winterkälte ist das Leben auf der Straße ein harter Kampf. Wir GRÜNEN im Rat sehen deswegen dringenden Handlungsbedarf bei den städtischen Hilfen und Angeboten für wohnungslose Menschen und wollen dabei auch neue Konzepte wie das „Housing first“ diskutieren, das erst einmal für ein stabiles Obdach sorgen soll.

Ein neues Konzept muss her

Unsere GRÜNE Anfrage zur Wohnungslosenhilfe hat deutlich gemacht, dass die bisherige Konzeption der Stadt für wohnungslose Menschen an vielen Stellen nicht mehr passt. Sie muss dringend überarbeitet werden, gerade im Hinblick auf die neuen Herausforderungen der Wohnungslosigkeit und die zunehmenden prekären Wohnverhältnisse.

Aus GRÜNER Sicht ist deshalb eine Bestandaufnahme der vorhandenen Hilfen notwendig, die mit einer Diskussion über die Weiterentwicklung des Dortmunder Hilfssystems einhergehen sollte. Das betrifft die Ausweitung der vorhandenen Übernachtungsplätze zum Beispiel durch die Öffnung geeigneter und aktuell nicht mehr benötigter Flüchtlingsunterkünfte sowie einen Kälte- oder Mitternachtsbus als mobiles Hilfsangebot (hier ein Beispiel aus Berlin). Während der Haushaltsberatungen Ende des letzten Jahres ist allerdings unser Antrag für einen Mitternachtsbus von SPD und CDU abgelehnt worden.

Handlungsdruck wächst durch Zuzüge

Dass es eine stetige Zunahme an Übernachtungen in der Männer- wie in der Frauenübernachtungsstelle gibt, wurde in der Antwort der Verwaltung auf unsere  Anfrage zur Auslastung der Übernachtungsstellen deutlich.

In der Antwort wurde die Überprüfung einer Erweiterung der Männerübernachtungsstelle in der Unionstraße angekündigt. Das Ergebnis steht jedoch aus, ebenso wie die Antwort auf eine mündliche Anfrage der GRÜNEN im Sozialausschuss zur Nutzung von leerstehenden Flüchtlingsunterkünften.

Die Zahl wohnungsloser Menschen hat sich auch in Dortmund in den letzten Jahren nicht nur durch Wohnungsnot und zunehmende Armut, sondern auch durch den Zuzug insbesondere von Asylbewerber*innen und EU-Zuwanderer*innen vergrößert. Gerade diese Menschen sind allerdings von integrierenden Hilfeleistungen ausgeschlossen, für sie bleiben im Fall der Bedürftigkeit meist nur die Tagestreffs, Suppenküchen oder Notfallambulanzen, wo ihnen unabhängig von ihren rechtlichen Ansprüchen geholfen wird.

Angesichts dessen stößt die Stadt Dortmund mit ihrem bisherigen Konzept der Wohnungslosenhilfe an ihre Grenzen. Das verwundert nicht, denn das Dortmunder Konzept zur Verhinderung drohender und Beseitigung bestehender Wohnungslosigkeit ist bereits zehn Jahre alt. Auch aktuelle offizielle Zahlen zu den Wohnungslosen in Dortmund hat die Verwaltung noch nicht vorgelegt.

Aktive Wohnungshilfe statt Verwaltung

Wohnungslosigkeit prägt sich nicht nur durch das „Leben auf der Straße“ aus. Eine größere Anzahl von Menschen ohne Wohnung bleibt vorübergehend in Billigpensionen oder findet bei Freund*innen, Verwandten oder Bekannten zeitweise Unterschlupf. Viele von ihnen wollen sich aus unterschiedlichen Gründen nicht in den städtischen Übernachtungsstellen aufhalten. Wichtig sind deshalb nicht nur die von uns schon seit Langem geforderte Unterstützung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus durch die Stadt, sondern auch neue innovative Angebote.

Housing First

Besonders diskussionswürdig ist aus unserer Sicht das Konzept des Housing first. Das „Housing first“ wird seit einigen Jahren in anderen europäischen Ländern praktiziert und ist eine Alternative zum herkömmlichen System von Notunterkünften und vorübergehender Unterbringung. Das Konzept wird im Housing-First-Projekt der Diakonie in Gießen erprobt und in Großstädten wie Hamburg diskutiert. Der Ansatz sieht als zentrales Element vor, dass eine obdachlose Person oder Familie zunächst eine stabile Unterkunft erhält und andere Angelegenheiten erst danach angegangen werden. Die meisten anderen Programme - auch in Dortmund - arbeiten mit einem Stufenmodell der „Wohnfähigkeit“. Das bedeutet, dass andere Probleme, die zur Wohnungslosigkeit geführt haben, zuerst behoben werden müssen. Stufenweise soll die wohnungslose Person wieder an das Wohnen herangeführt werden. Das „Housing first“ geht stattdessen davon aus, dass jeder Mensch wohnen kann und sich nicht erst dafür qualifizieren muss. Auch das Sozialministerium NRW favorisiert diesen Ansatz. Wir sehen auch Land und Bund in der Verantwortung für neue Wege im Umgang mit der Wohnungslosigkeit. Denn die Probleme sind nicht spezifisch für Dortmund, sondern Ausdruck der wachsenden Armut vieler Menschen in unserer Gesellschaft.

Dann mal los!

Die Ratsfraktion wird das Thema der Wohnungslosigkeit nun erneut im Sozialausschuss thematisieren und einen Antrag stellen, mit dem die Verwaltung aufgefordert wird,  ein neues Konzept zur Beratung vorzulegen. Ziel muss es sein, dass die ersten neuen Bausteine spätestens im nächsten Winter greifen.

Artikel vom: 19.01.2017


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