Art: Pressemitteilung

Thema: Soziales

Drogenhilfekonzept der Verwaltung muss nachgebessert werden

GRÜNE wollen "Tagesaufenthalt plus" mit Wasch- und Konsummöglichkeit

Aus Sicht der GRÜNEN im Rat muss das inzwischen vorliegende Konzept der Verwaltung zur Weiterentwicklung des Dortmunder Drogenhilfesystems an mehreren Stellen nachgebessert werden. So fordern die GRÜNEN, einen der geplanten neuen Tagesaufenthalte für Drogenabhängige in der Nordstadt mit Wasch- und Konsummöglichkeiten für Drogen auszustatten. Das sieht ein Antrag für die Sondersitzung des Sozialausschusses am Donnerstag vor.

Ulrich Langhorst, Fraktionssprecher der GRÜNEN: „Insbesondere die Nordstadt braucht hinsichtlich der Drogensituation dringend weitere Hilfen. Das Ordnungsamt hat klar beschrieben, wie die momentane Situation aussieht: Auf Spielplätzen, auf öffentlichen Straßen und Plätzen, in Grünanlagen oder in Hauseingängen werden weiche und harte Drogen konsumiert und gehandelt. Ordnungspolitische Maßnahmen alleine werden dieses Problem nicht lösen. Der bereits vorhandene Drogenkonsumraum am Eisenmarkt wird anscheinend von vielen Abhängigen der Nordstadt nicht genutzt und platzt darüber hinaus schon jetzt aus allen Nähten. Die Bewohner*innen der Nordstadt haben aber zu Recht die Erwartung, dass die Szene ihre Drogen nicht mehr vor und in ihren Hauseingängen konsumiert. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass die Verwaltung in ihrem Konzept erneut jegliche Möglichkeit ablehnt, Drogen in einem zusätzlichen geschützten Raum außerhalb der Öffentlichkeit zu konsumieren. Das hilft den Bewohner*innen der Nordstadt und den abhängigen Menschen nicht wirklich weiter. Es ist zu befürchten, dass sich damit der Konsum und die Verelendung vieler Drogenabhängiger auf den Straßen und Plätzen fortsetzen werden. Wir schlagen deshalb vor, dass einer der geplanten neuen Tagesaufenthalte mit Wasch- und Konsummöglichkeiten ausgestattet wird – sozusagen ein ´Tagesaufenthalt plus´.“

Ein weiteres Problem sehen die GRÜNEN darin, dass die geplanten Tagesaufenthalte erst langfristig eingerichtet werden sollen. Ein zusätzlicher Antrag sieht deshalb vor, dass die Aufenthalte schneller realisiert werden.

Begrüßenswert ist aus Sicht der GRÜNEN, dass der bereits vorhandene Drogenkonsumraum am Eisenmarkt kurzfristig mehr Plätze für den inhalativen Konsum von Drogen bekommt, um den dortigen großen Bedarf besser bewältigen zu können. Der Vorschlag der Verwaltung hat allerdings einen faden Beigeschmack. Denn noch im Dezember war ein gleichlautender Antrag der GRÜNEN Fraktion von der Verwaltung und der politischen Mehrheit von SPD und CDU abgelehnt worden.

Ulrich Langhorst: „In ihrem Konzept geht die Verwaltung auch auf die Möglichkeit einer Diamorphin-Vergabe für Schwerstabhängige ein, bei denen andere Substitutionen nicht mehr wirken. Wir haben eine solche Vergabe in der Vergangenheit bereits mehrfach gefordert. Seit 2010 gehört die Substitution mit Diamorphin zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen. Das Gesundheitsamt kommt daher laut Verwaltung als Träger einer Diamorphin-Ambulanz nicht in Betracht. Wir haben deshalb beantragt, dass die Verwaltung mit den in Dortmund niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen Gespräche mit der Zielsetzung des Betriebs einer solchen Ambulanz führt.“

Artikel vom: 05.06.2018