Viele Bürger*innen melden zurück, dass die Präsenz des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) in Dortmund insbesondere in den Abendstunden, nachts und am Wochenende oft nicht ausreichend spürbar ist. Gleichzeitig gibt es mit dem KOD, dem städtischen Sicherheitsdienst Service21 und den Awareness-Teams der Dortmund Guides bereits mehrere Akteur*innen, die zur Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum beitragen. Zudem tragen auch die Arbeit des Umfeldmangements von spezialisierten Einrichtungen sowie die Sozialarbeit, insbesondere Streetworking, zur Stärkung der Sicherheit und des Sicherheitsgefühls in der Stadt bei.
Die Fraktionen von SPD, GRÜNE & Volt und Die Linke & Tierschutzpartei wollen diese Strukturen weiterentwickeln. Mit einem neuen Sicherheitskonzept soll die Präsenz zu relevanten Zeiten verbessert und die Zusammenarbeit mit bestehenden städtischen Sicherheits- und Serviceteams konzeptionell besser verzahnt werden. Ziel ist ein modernes, gut abgestimmtes System, das für mehr Ansprechbarkeit, Prävention und Sicherheit im öffentlichen Raum sorgt. Beispielgebend kann das Züricher Modell sein.
Die Fraktionen von SPD, GRÜNE & Volt sowie Die Linke & Tierschutzpartei bitten daher um Beratung und Beschlussfassung des folgenden Antrags:
Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Dortmund beschließt:
- Die Verwaltung wird beauftragt, ein integriertes Konzept für Sicherheit und Awareness im öffentlichen Raum zu entwickeln, bei dem soziale und präventive Angebote gestärkt werden und diese enger mit den ordnungsrechtlichen Maßnahmen verzahnt werden. In diesem Zusammenhang soll die Verwaltung insbesondere prüfen,
– wie die Dortmund Guides und deren Awareness-Teams weiter ausgebaut werden können,
– inwieweit der Sicherheitsdienst Service21 zusätzliche Aufgaben, beispielsweise im Bereich des Stadtgartens, der Wißstraße, der Hansa Carré-Passage und dem Klinik-Vorplatz, übernehmen kann,
– inwieweit das Umfeldmanagement spezialisierter Einrichtungen nach dem Vorbild der SIP Zürich weiterentwickelt und personell aufgestockt werden kann, also soziale Arbeit mit Konfliktmanagement-Aufgaben verbinden kann,
– an welchen Orten und zu welchen Zeiten eine verstärkte Präsenz der unterschiedlichen genannten Akteur*innen sinnvoll und erforderlich ist. - Die Verwaltung wird beauftragt, ein weiterentwickeltes Einsatz- und Aufgabenkonzept zu erarbeiten, und hierbei insbesondere zu prüfen, welche Dienste zu welchen Zeiten und an welchen Orten am besten eingesetzt werden können. Das zu erarbeitende Konzept soll zudem eine bessere konzeptionelle Verzahnung des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) mit bestehenden städtischen Strukturen im öffentlichen Raum vorsehen. Dabei sind insbesondere der städtische Sicherheitsdienst Service21, die Dortmund Guides mit ihren Awareness-Teams, das Umfeldmanagement des Drogenkonsumraums (DKR) sowie Angebote der Sozialarbeit insbesondere des Streetworkings einzubeziehen. Hierbei soll sichergestellt werden, dass bei der Einsatzplanung ordnungsrechtlicher Maßnahmen auch die sozialen Folgewirkungen betrachtet und abgewogen werden.
- Eine mögliche Kapazitätsausweitung des KOD ist erst dann vorzuschlagen, wenn
– das neue Konzept konkrete Aufgabenprofile und Einsatzbedarfe (insbesondere bezüglich der Kapazitätenverteilung auf die Stadtbezirke und Quartiere) definiert hat und geprüft wurde, wie der KOD in den Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden präsenter werden kann.
– bestehende organisatorische und digitale Arbeitsprozesse innerhalb des KOD weiterentwickelt und optimiert wurden. - Die Verwaltung wird gebeten, das Konzept
– dem Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden und dem Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit in einer gemeinsamen Sitzung im dritten Quartal 2026
– sowie danach dem Rat der Stadt Dortmund zur Beschlussfassung vorzulegen
– und hierbei darzulegen, welche organisatorischen Anpassungen, Kooperationsstrukturen sowie personellen und finanziellen Ressourcen zur Umsetzung erforderlich sind.
Begründung:
Der Kommunale Ordnungsdienst ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Sicherheitsarchitektur in Dortmund. Gleichzeitig verändert sich die Nutzung des öffentlichen Raums kontinuierlich, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden. Veranstaltungen, Gastronomie, Freizeitnutzung und unterschiedliche soziale Problemlagen treffen hier verstärkt aufeinander und erfordern eine zeitgemäße und gut abgestimmte Präsenz städtischer Dienste.
Die Erfahrungen aus vielen Städten zeigen, dass ordnungsrechtliche Maßnahmen allein nicht ausreichen, um Konflikte im öffentlichen Raum nachhaltig zu lösen. Vielmehr braucht es ein abgestimmtes Zusammenspiel aus Prävention, sozialer Unterstützung und ordnungsrechtlicher Ansprache. Gerade bei komplexeren Situationen (etwa rund um Konsumorte, Treffpunkte oder Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum) können Streetwork, Umfeldmanagement und Awareness-Angebote eine wichtige Rolle spielen.
Ein integrierter Ansatz stärkt zudem die deeskalierende Wirkung kommunaler Präsenz. Unterschiedliche Teams können je nach Situation unterschiedliche Aufgaben übernehmen: von Beratung und Unterstützung bis hin zu ordnungsrechtlichem Handeln. Eine bessere Abstimmung dieser Angebote kann dazu beitragen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und Verdrängungseffekte zwischen einzelnen Orten zu vermeiden.
Zugleich steht die Stadt Dortmund vor angespannten finanziellen Rahmenbedingungen mit Blick auf den Haushalt 2027. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, zunächst bestehende Strukturen besser zu koordinieren und effizienter einzusetzen, bevor über umfangreiche Personalaufstockungen entschieden wird. Neue Konzepte und klar definierte Aufgabenprofile ermöglichen eine fundierte Bewertung darüber, welche personellen Ressourcen tatsächlich erforderlich sind.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Modernisierung und Digitalisierung interner Arbeitsprozesse. Effizientere Dokumentation, Einsatzplanung und Kommunikation können dazu beitragen, vorhandene Kapazitäten besser zu nutzen und Einsätze zielgerichteter zu steuern.
Sicheres Leben für alle in Dortmund
Ein sicheres und lebenswertes Dortmund ist ein zentrales Anliegen der Stadtpolitik. Unter dem gemeinsamen Motto „Sicheres Leben für alle in Dortmund“ bringen die Fraktionen von SPD, GRÜNE & Volt und Die Linke & Tierschutzpartei mehrere gemeinsame Initiativen auf den Weg. Ziel ist es, Sicherheit, Ordnung und das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen weiter zu stärken: durch eine gute Präsenz städtischer Dienste, präventive Maßnahmen und eine verlässliche Ansprechbarkeit im öffentlichen Raum. Gemeinsam leisten die drei Fraktionen damit einen Beitrag zu einer Stadt, in der sich alle Menschen sicher fühlen und gerne leben.






