Die Fraktionen von SPD, GRÜNE & Volt und LINKE & Tierschutzpartei beauftragen die Verwaltung, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung, den Westfalenhallen, dem BVB sowie weiteren relevanten Eigentümer*innen und Akteur*innen zu prüfen, wie die heute überwiegend ebenerdig genutzten Stellplatzflächen im Umfeld von Westfalenhallen und Stadion langfristig städtebaulich weiterentwickelt und flächeneffizienter genutzt werden können.
Dabei soll insbesondere untersucht werden, ob und in welchem Umfang durch eine Konzentration des ruhenden Verkehrs in Parkhäusern bzw. multimodalen Mobilitätsbauwerken zusätzliche Flächen für Gewerbenutzungen und Wohnen gewonnen werden können.
Die Untersuchung soll dabei die dauerhafte Sicherung der notwendigen Stellplatzkapazitäten für die Westfalenhallen, das Stadion sowie weitere Veranstaltungsnutzungen im Rahmen der im Masterplan Mobilität beschlossenen Zielausrichtung der Stadt Dortmund gewährleisten.
Dabei sollen insbesondere folgende Punkte geprüft werden:
- Flächenpotenziale: Welche Flächenpotentiale würden sich durch eine Bündelung der ebenerdigen Stellplatzflächen in Parkgaragen für gewerbliche und wohnbauliche Nutzungen ergeben?
- Gewerbeflächen: Welcher Bedarf besteht in Dortmund an Gewerbeflächen, in welchen Marktsegementen und welche können im Westfalenhallenumfeld aktiviert werden? Inwiefern ist auf diesen Flächen u.a. die Ansiedlung eines Hostels bzw. eines Beherbergungsbetriebs im Budgetsegment für junge Reisende realisierbar?
- Wohnen und Nutzungsmischung: Welche Potenziale bestehen hier für Wohnungsbau bzw. gemischt genutzte Quartiere aus Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen?
- Parkierung: Wie können die notwendigen Stellplätze für Stadion und Westfalenhallen in Parkhäusern bzw. multifunktionalen Mobilitätsbauwerken (Mobilitätshubs) mit direkter Anbindung an den ÖPNV konzentriert werden? Welche Betreiberkonzepte können entwickelt werden? Wie kann dies P&R-Konzepten und dem Parkleitsystem potenziell die Innenstadt entlasten?
- Antizyklische Nutzung: Wie können diese Parkierungsanlagen tagsüber für Gewerbe und Beschäftigte sowie abends und am Wochenende für Veranstaltungen genutzt werden, um eine höhere Auslastung zu erreichen?
- Entsiegelung und Mikroklima: Wie können im Zuge einer Umgestaltung und Weiterentwicklung Teilflächen entsiegelt und begrünt werden und (bspw. im Hinblick auf das Schwammstadtprinzip) positiv für das städtische Klima wirken?
- Photovoltaik: Da die Flächen in der Potenzialanalyse für Freiflächen-Solaranlagen explizit nicht bewertet wurden (DS.-Nr.: 01831-26): Welche Potenziale bestehen im Untersuchungsgebiet für Photovoltaikanlagen auf bestehenden und neu entstehenden Dachflächen, insbesondere auf Parkhäusern, Mobilitätsbauwerken und Gewerbe- und Wohngebäuden? Inwiefern können darüber hinaus dauerhaft benötigte Stellplatzflächen, die nicht anderweitig bebaut werden können, mit Photovoltaikanlagen überdacht werden?
- Gesamtstädtische Ziele: Wie lässt sich eine solche Entwicklung mit den Zielen der Innenentwicklungsstrategie, des Gewerbeflächenkonzeptes, der Wohnbauflächenentwicklung sowie den Mobilitäts- und Klimazielen der Stadt Dortmund verbinden?
Die Verwaltung wird gebeten, auf dieser Grundlage mögliche städtebauliche Entwicklungsszenarien einschließlich einer Flächen- und Stellplatzbilanz darzustellen (Machbarkeitsstudie).
Darüber hinaus wird die Verwaltung gebeten, einen Zeithorizont für die Prüfung sowie für eine phasenweise Umsetzung der aufgezeigten Entwicklungsoptionen zu definieren.
Begründung
Die Flächen rund um Stadion und Westfalenhallen sind aufgrund ihrer zentralen Lage und ihrer hervorragenden Erschließung ein besonderes städtebauliches Potenzial. Gleichzeitig werden große Bereiche heute durch ebenerdiges Parken genutzt und stehen damit für andere Funktionen nicht zur Verfügung.
Dortmund benötigt zusätzliche Flächen für Wohnungsbau und insbesondere für kleinteiliges Gewerbe, Handwerk, urbane Produktion und weitere flexible Gewerbeflächen. Eine Verlagerung und Konzentration des ruhenden Verkehrs in Parkhäuser kann deshalb die Möglichkeit eröffnen, bereits erschlossene Flächen innerhalb des Siedlungsraums neu zu nutzen, anstatt zusätzliche Flächen am Freiraum in Anspruch zu nehmen, der auf dem Stadtgebiet Dortmund überwiegend aus Landschaftsschutzgebieten besteht.
Die bestehenden ebenerdigen Stellplätze können in Parkhäusern flächeneffizient gebündelt werden. Durch eine intelligente, antizyklische Nutzung der Parkierungsanlagen können zudem unterschiedliche Nutzungszeiten von Gewerbe und Veranstaltungen miteinander verbunden werden. So könnten bestehende Flächen effizienter genutzt, der Flächenverbrauch reduziert und gleichzeitig die Funktionsfähigkeit von Stadion und Westfalenhallen gesichert werden.
Der Prüfauftrag soll daher aufzeigen, ob und wie aus heute überwiegend monofunktionalen Parkplatzflächen ein gemischt genutzter, flächeneffizienter und urbaner Stadtbaustein entwickelt werden kann.




