Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt bittet um eine Stellungnahme der Verwaltung sowie um eine Vorstellung der aktuellen Studie „Was Ankunftsquartiere stark macht“ der ILS Research gGmbH im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration.
Das in Dortmund ansässige Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hat 2026 gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin, dem Deutschen Institut für Urbanistik und STADTRAUMKONZEPT die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ veröffentlicht. Das von der Stiftung Mercator geförderte Projekt hat zwischen 2023 und 2026 bundesweit elf Kommunen begleitet.
Untersucht wurde, wie Menschen, die neu in einem Quartier ankommen, Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen finden und wie Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Stadtteilen mit hoher Zuwanderungsdynamik gestärkt werden können.
Die Studie hebt die wichtige gesamtstädtische Funktion von Ankunftsquartieren hervor. Sie sind häufig Orte, an denen Neuzugewanderte bezahlbaren bzw. leichter zugänglichen Wohnraum, soziale Netzwerke, niedrigschwellige Unterstützungsangebote und alltägliches „Ankunftswissen“ finden. Gleichzeitig treffen hohe Zu- und Fortzugsdynamiken vielerorts auf bereits stark beanspruchte Strukturen in den Bereichen Wohnen, Bildung, Beratung, Gesundheit und soziale Infrastruktur.
Die Autor*innen sprechen sich deshalb dafür aus, Ankunftsquartiere nicht vorrangig als Problemräume zu betrachten, sondern ihre Ressourcen und ihre Funktion für die gesamte Stadt stärker in den Blick zu nehmen. Als zentrale kommunale Handlungsfelder benennt die Studie unter anderem zugängliche Infrastrukturen, die gemeinsame Gestaltung des Ankommens, die Verbindung von quartiersbezogenen und gesamtstädtischen Strategien, ein systematisches Monitoring, flexible und „atmende“ Systeme sowie die Stärkung von Begegnung und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:
- Welche Erkenntnisse der Studie sind aus Sicht der Verwaltung für Dortmund und die Dortmunder Integrations- und Teilhabepolitik von besonderer Bedeutung?
- Welche Dortmunder Quartiere weisen aus Sicht der Verwaltung Merkmale auf, die dem in der Studie verwendeten Verständnis von Ankunftsquartieren entsprechen? Welche besonderen Funktionen übernehmen diese Quartiere für das Ankommen und die Teilhabe Neuzugewanderter?
- Wie bewertet die Verwaltung die bestehenden sozialen, beratenden, bildungsbezogenen und gesundheitlichen Infrastrukturen in diesen Quartieren? Wo bestehen aus ihrer Sicht besondere Stärken und wo Versorgungslücken bzw. zusätzlicher Handlungsbedarf?
- Die Studie empfiehlt, quartiersbezogene Ansätze mit einer gesamtstädtischen Strategie zu verbinden. Wie erfolgt diese Verknüpfung derzeit in Dortmund und welche Fachbereiche bzw. Akteur*innen sind daran beteiligt?
- Die Studie hebt die Bedeutung eines systematischen Monitorings von Ankunftsquartieren hervor und verweist in diesem Zusammenhang auch auf das kleinräumige kommunale Datenmanagement der Stadt Dortmund. Welche Daten und Monitorings nutzt die Stadt Dortmund derzeit, um Zuwanderungs-, Teilhabe- und soziale Entwicklungsprozesse auf Quartiersebene zu beobachten und frühzeitig Handlungsbedarfe zu erkennen?
- In welchem Umfang werden dabei Daten und Erkenntnisse unterschiedlicher Fachbereiche – insbesondere aus den Bereichen Integration, Soziales, Jugend und Bildung, Wohnen, Gesundheit und Stadtentwicklung – miteinander verknüpft und gemeinsam bewertet?
- Die Studie empfiehlt flexible und „atmende“ Systeme, die auf hohe Fluktuation reagieren können. Wie flexibel können bestehende Dortmunder Angebote und Infrastrukturen derzeit auf kurzfristig steigende oder sinkende Bedarfe in Quartieren mit hoher Zuwanderungsdynamik reagieren? Wo bestehen strukturelle oder finanzielle Hindernisse?
- Welche Rolle spielen Migrant*innenorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Quartiersmanagements, Vereine, Religionsgemeinschaften und andere zivilgesellschaftliche Akteur*innen bei der Gestaltung des Ankommens in den Dortmunder Quartieren und wie werden ihre Erfahrungen in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen?
- Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, die in der Studie formulierten Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Dortmunder Integrations-, Teilhabe- und Quartierspolitik zu nutzen?
- Inwiefern kann die Verwaltung dem Ausschuss im Anschluss an die Vorstellung der Studie eine Einschätzung vorlegen, welche Empfehlungen in Dortmund bereits umgesetzt werden, bei welchen Themen Weiterentwicklungsbedarf besteht und welche konkreten nächsten Schritte daraus abgeleitet werden könnten?





