Ein sicheres Gefühl im eigenen Stadtteil ist ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität. Dennoch gibt es in Dortmund Orte, die von Bürger*innen als unsicher wahrgenommen werden – etwa schlecht beleuchtete Wege, unübersichtliche Plätze oder wenig frequentierte Bereiche – und das Sicherheitsgefühl beeinträchtigen können.
Die Fraktionen von SPD, GRÜNE & Volt und Die Linke & Tierschutzpartei nehmen diese Rückmeldungen ernst und wollen die Bezirksvertretungen dabei stärken, gezielt Maßnahmen zugunsten steigender Sicherheit und eines steigenden Sicherheitsgefühls umzusetzen. Durch Verbesserungen im öffentlichen Raum, mehr Aufenthaltsqualität und eine stärkere Präsenz vor Ort sollen Stadtbezirke und Quartiere Schritt für Schritt sicherer und angenehmer für alle werden.
Die Fraktionen von SPD, GRÜNE & Volt sowie Die Linke & Tierschutzpartei bitten daher um Beratung und Beschlussfassung des folgenden Antrags:
Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Dortmund beschließt:
- Die Verwaltung wird beauftragt, ein städtisches Maßnahmenprogramm zur Identifikation und Reduzierung von als unsicher empfundenen Orten im öffentlichen Raum zu entwickeln und umzusetzen. Dabei sollen insbesondere Hinweise aus bestehenden Beteiligungs- und Meldesystemen berücksichtigt werden.
2. Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vor Ort sollen in enger Abstimmung mit den Bezirksvertretungen entwickelt und priorisiert werden. Dafür ist ein gesonderter Budgettopf (eigener Haushaltstitel) zusätzlich zu den Mitteln der Bezirksvertretungen einzurichten, aus dem die Bezirksvertretungen Mittel für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Sicherheitsgefühls im öffentlichen Raum abrufen können. Die Verwaltung unterbreitet einen Vorschlag zur Höhe des Budgettopfes und zu einem unbürokratischen Verfahren zum Abrufen der Mittel. Dabei soll es möglich sein, dass originäre Bezirksvertretungsmittel ergänzend eingesetzt werden können.
3. Sollten darüber hinausgehende Maßnahmen erforderlich sein, ist eine Behandlung über die zuständigen Fachausschüsse, insbesondere im Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden (ABöOAB) vorzusehen.
4. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie Rückmeldungen aus der Beteiligungs- und Meldeplattform „LINa – Leben in der Nachbarschaft“ systematisch genutzt werden können, um Räume, die als unsicher empfunden werden, zu identifizieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten.
5. Bei der Entwicklung und Priorisierung von Maßnahmen sind insbesondere die Ergebnisse aus Beteiligungsprozessen und Projekten wie den Quartierslaboren einzubeziehen.
6. Als mögliche Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls sollen für den öffentlichen Raum insbesondere geprüft beziehungsweise gefördert werden:
- Verbesserungen der Beleuchtungssituation,
- gestalterische Maßnahmen (z. B. Farb- und Lichtkonzepte, künstlerische Interventionen oder temporäre Installationen),
- Maßnahmen zur Aufwertung und besseren Nutzbarkeit (z. B. Rückschnitt von Hecken).
Begründung:
Das Sicherheitsgefühl spielt eine wichtige Rolle für die Lebensqualität in den Dortmunder Stadtteilen. Orte, die von Bürger*innen als unsicher wahrgenommen werden, können dazu führen, dass Wege gemieden oder öffentliche Räume weniger genutzt werden. Häufig handelt es sich dabei nicht um tatsächliche Kriminalitätsschwerpunkte, sondern um bauliche, gestalterische oder infrastrukturelle Defizite wie schlechte Beleuchtung, mangelnde Aufenthaltsqualität oder unübersichtliche Wegeführungen.
Viele dieser Problemlagen lassen sich mit vergleichsweise kleinen und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen verbessern. Dazu zählen etwa bessere Beleuchtung, eine offenere Gestaltung von Wegen und Plätzen, gestalterische Interventionen oder eine stärkere Nutzung und Belebung des öffentlichen Raums.
Mit digitalen Beteiligungsformaten wie „LINa – Leben in der Nachbarschaft“ und den Quartierslaboren stehen der Stadt (neue) Möglichkeiten zur Verfügung, Hinweise aus der Bürgerschaft strukturiert aufzunehmen. Solche Rückmeldungen können wertvolle Hinweise darauf geben, wo Menschen im Alltag Unsicherheiten wahrnehmen und wo Handlungsbedarf besteht. Eine systematische Auswertung dieser Hinweise kann helfen, Maßnahmen gezielter zu planen.
Gleichzeitig verfügen die Bezirksvertretungen über wichtige lokale Kenntnisse zu Problemlagen in ihren Quartieren. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bezirksvertretungen ermöglicht es, Maßnahmen passgenau auf die jeweiligen Stadtteile abzustimmen und Prioritäten vor Ort zu setzen.
Darüber hinaus zeigen Erfahrungen aus der Stadtplanung und Kriminologie, dass eine attraktive Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume entscheidend für das Sicherheitsgefühl sind. Belebte Plätze, gute Beleuchtung, klare Sichtachsen oder kulturelle und gestalterische Elemente können dazu beitragen, Orte positiver wahrzunehmen und stärker zu nutzen.
Ein städtisches Maßnahmenprogramm mit einem zusätzlichen Budgetrahmen kann dazu beitragen, Hinweise aus der Bürgerschaft schneller aufzugreifen und sichtbare Verbesserungen umzusetzen. Damit leistet die Stadt einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich Menschen in allen Dortmunder Quartieren sicher und wohl fühlen.
Sicheres Leben in Dortmund
Ein sicheres und lebenswertes Dortmund ist ein zentrales Anliegen der Stadtpolitik. Unter dem gemeinsamen Motto „Sicheres Leben für alle in Dortmund“ bringen die Fraktionen von SPD, GRÜNE & Volt und Die Linke & Tierschutzpartei mehrere gemeinsame Initiativen auf den Weg. Ziel ist es, Sicherheit, Ordnung und das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen weiter zu stärken: durch eine gute Präsenz städtischer Dienste, präventive Maßnahmen und eine verlässliche Ansprechbarkeit im öffentlichen Raum. Gemeinsam leisten die drei Fraktionen damit einen Beitrag zu einer Stadt, in der sich alle Menschen sicher fühlen und gerne leben.






