Uns erreichen weiterhin massive Beschwerden von Anwohner*innen des Ostwalls und Burgwalls über erhebliche nächtliche Ruhestörungen durch die Raserszene im Bereich der sogenannten „Boxengasse“. Trotz bereits umgesetzter Maßnahmen wie Geschwindigkeitskontrollen, Bremsschwellen, Halteverbotszonen und baulicher Sperren kommt es weiterhin regelmäßig zu Lärm, Posenden-Treffen, aufheulenden Motoren, unnötigem Motorlaufenlassen, riskanten Fahrmanövern und erheblichen Belastungen für die Anwohnenden.
Die Situation beeinträchtigt die Wohn- und Lebensqualität erheblich. Zugleich betrifft sie einen sensiblen innerstädtischen Bereich mit Hotels, Gastronomie, Gewerbe und Veranstaltungsbesuchenden. Negative Gästebewertungen und mögliche wirtschaftliche Auswirkungen auf den Hotel- und Gastronomiestandort werden von betroffenen Akteuren als reale wirtschaftliche Belastung beschrieben. Diese Belastungen sind wirtschaftlich messbar und widersprechen dem Ziel einer attraktiven Innenstadt unmittelbar.
Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um eine Stellungnahme und die Beantwortung folgender Fragen:
Negativimage für Dortmund
- Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung zu wirtschaftlichen Auswirkungen auf Hotels, Gastronomie und den Innenstadtstandort vor? Welche Konsequenzen zieht die Verwaltung daraus für die Priorität weiterer Maßnahmen?
- Wie bewertet die Verwaltung die aktuelle Lage am Ostwall/Burgwall im Hinblick auf Nachtruhe, Aufenthaltsqualität und die Attraktivität des Innenstadtbereichs?
Konkrete Maßnahmen gegen die Beschwerdelage
3. Welche zusätzlichen Maßnahmen prüft die Verwaltung derzeit, um die Nutzung der „Boxengasse” als Treffpunkt der Posenden- und Rasendenszene dauerhaft zu unterbinden?
4. Welche rechtlichen oder tatsächlichen Hindernisse bestehen für eine nächtliche Zufahrtsbeschränkung der Nebenfahrbahn beziehungsweise des Parkplatzbereichs, etwa durch Poller, Schranken oder andere Zufahrtskontrollen? Inwiefern sind alle Stellplätze der Boxengasse rechtlich notwendig oder könnten reduziert werden?
5. Wurde geprüft, den Bereich Ostwall und Burgwall nachts oder an Wochenenden zeitweise für den motorisierten Individualverkehr zu sperren? Falls ja, mit welchem Ergebnis?
6. Welche mobilen oder temporären baulichen Maßnahmen wurden geprüft, zum Beispiel mobile Polleranlagen, modulare Fahrbahnverengungen oder temporäre Sperrelemente, weitere Blitzeranlagen?
7. Wie häufig fanden seit 2024 gemeinsame Schwerpunktkontrollen von Polizei, Ordnungsamt und Straßenverkehrsbehörde im Bereich Ostwall/Burgwall statt und mit welchen Ergebnissen?
8. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, gemeinsam mit der Polizei gezielter gegen unnötiges Motorlaufenlassen, illegale Fahrzeugumbauten, technische Manipulationen und vermeidbare Lärmemissionen vorzugehen? Wurde dabei auch der Einsatz akustischer Messsysteme, sogenannter „Lärmblitzer”, geprüft oder mit anderen Kommunen hierzu Kontakt aufgenommen? Inwiefern wurde eine Verdunklung der Boxengassen geprüft.
9. Welche konkreten Maßnahmen plant die Verwaltung zum Schutz der Nachtruhe in den unmittelbar betroffenen Beherbergungsbetrieben, und wie wird der Bereich in diesem Zusammenhang als sensibler Aufenthalts- und Hotelstandort bewertet?
10. Welche Rolle spielt der Bereich Ostwall/Burgwall im Rahmen des Dortmunder Lärmaktionsplans, und kann er bei künftigen Maßnahmen priorisiert werden?
11. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, den Bereich städtebaulich so umzugestalten, dass längere Aufenthalte mit Fahrzeugen unattraktiv werden? Welche Planungen sieht die derzeit diskutierte Umgestaltung des Walls vor?
12. Inwiefern wurde geprüft, die Anzahl der Stellplätze in Bereichen der Boxengasse dauerhaft zu reduzieren oder die Flächen anderweitig zu nutzen?
13. Bis wann ist mit einer politischen Vorlage zu rechnen, die konkrete weitere Maßnahmen, Zuständigkeiten und einen verbindlichen Zeitplan enthält?
Umgang mit Beschwerden
14. Welche personellen Ressourcen stehen dem Ordnungsamt derzeit für nächtliche Kontrollen im Innenstadtbereich zur Verfügung?
15. Plant die Verwaltung ein regelmäßiges Monitoring der Beschwerden von Anwohnenden, Hotels und Gewerbetreibenden, um die Wirksamkeit weiterer Maßnahmen messbar zu bewerten? Wie viele solcher Beschwerden sind der Verwaltung aus den letzten Jahren bekannt – auch durch Presseartikel?





